Bühnen- und Kostümbild in Dresden

Auf einen Blick

Bereich
Studienangebot Hochschule

Termin
Permanentes Angebot

 
Dauer des Studiums: 5 Jahre

Ort
Dresden

Branchen
Kunst und Kultur

Form
Präsenzveranstaltung

Abschluss
Diplom

Prüfung
Ja


Bühnen- und Kostümbild in Dresden
Bühnen- und Kostümbild in Dresden

Beschreibung des Angebots

Profil:
Theater ist szenischer Raum, ist räumliches und figürliches Denken, Entwickeln und Darstellen. Die Aufgabe des Bühnen- und Kostümbildners ist die des szenischen Gestaltens. Szenisches Gestalten erfolgt - in allen Feldern der darstellenden Kunst und verwandten Medien - immer in kreativer Eigenverantwortung und zugleich unter den besonderen Bedingungen des arbeitsteiligen Produktionsprozesses und Dialogs.
Wesentlicher Bestandteil des Studiums an der HFBK Dresden ist es zum einen, handwerkliche Kompetenzen und künstlerische Arbeitstechniken zu vermitteln, die Umsetzung eines Themas in eine szenische Raum- und Figurenkonzeption unterstützen. Ebenso wichtig ist aber die diskursive Öffnung gegenüber kultur- und gesellschaftstheoretischen Fragestellungen, das Schulen des kritischen Blicks und die multidisziplinäre Auseinandersetzung mit Fragen der Kommunikation, Theater-, Kunst- und Medientheorie, der Architektur und Urbanistik. Insofern ist das Studium eine Zeit des künstlerischen Experimentierens, der Recherche und der Sensibilisierung gegenüber dem Spektrum historischer und heutiger Kommunikationsweisen, Erzählformen und Lebensräumen.
Die Lehrenden unterstützen die jeweilige persönliche Entwicklung und künstlerisch-mediale Neigung der Studierenden. Ziel der Ausbildung ist es, den Absolventen mit fundiertem Wissen und selbstbewusstem Können in die zeitgenössische Praxis des szenischen Raumkünstlers zu entlassen, der sein Arbeitsfeld in den Bereichen des Theaters, des Films, der performativen Installation, des Event- oder Ausstellungsdesigns findet.

Studienstruktur:

Dem Diplomstudiengang Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, der 1950 eingerichtet wurde, ist eine Abteilung für Theaterausstattungsberufe (Kostümgestaltung, Maskenbild, Theatermalerei, Theaterplastik) angegliedert, die 1993 Fachhochschulstatus erhielt Bedingt durch diese Nachbarschaft ist die Ausbildung der Bühnen- und Kostümbildner an der HfBK durch ein hohes Maß an Nähe zur Theaterpraxis gekennzeichnet: bereits während des Studiums bietet sich hier die Möglichkeit, das Ineinandergreifen gestalterischer und umsetzender Disziplinen im Rahmen von Projekten arbeitsteilig zu durchzuspielen. Diese fachspezifische Ausrichtung wird zudem durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Studiengängen der Freien Kunst sowie der Medienklasse der HfBK erweitert; es bieten sich Felder für das kreative Erproben unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksformen.

Der Studiengang ist mit drei künstlerischen Professuren ausgestattet. Nach dem Grundlagenstudium erfolgt der Einstieg in eine der beiden Fachklassen des Hauptstudiums; in Deutschland einmalig sind im Dresdner Studiengang die zwei Fachklassen. Eine weitere Besonderheit des Studiengangs ist die 2004 eingerichtete Theorie-Professur; Grundlagen der Theatergeschichte und Produktionsdramaturgie werden systematisch vermittelt. Die intensive Betreuung der künstlerischen Recherchen und Entwurfsarbeit ist gewährleistet. 

Aufgabe des Bühnen- und Kostümbildners ist es, mit ästhetischem Wagemut und in partnerschaftlicher Teamarbeit szenische Räume für das Theater und die verwandten Medien zu entwerfen. Ein fundiertes theoretisches Wissen sowie eine umfangreiche Auseinandersetzung mit technischen Realisations- und Darstellungsmöglichkeiten sind die Basis, um die sich hierbei stellenden komplexen Aufgaben in Bezug auf Text, Musik, Bewegung, Raum, Zeit, Licht, Ton, Farbe und Material zu erfassen und künstlerisch zu bewältigen. Bilden die Ausgangsbasis der literarisch-dramatische Text bzw. musikalisch-kompositorische Entwurf, so gilt es die Fähigkeit zu entwickeln, diese künstlerisch selbständig und kreativ in Interpretationsräume und räumliche Bezugssysteme umzusetzen.

Das Studium an der HfBK bereitet seine Absolventen auf diese theaterspezifischen Anforderungen vor; ergänzend zum Lehrangebot in der Hochschule eröffnen Partnerschaften mit der Semperoper, dem Staatsschauspiel, dem Festspielhaus Dresden-Hellerau / Transmedia Akademie und der Palucca Schule, sowie mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg Gelegenheiten zum Sammeln von Erfahrungen in sowohl traditionellen als auch experimentellen Spielarten der darstellenden Kunst.

Studieninhalte:

Grundstudium

Im ersten Studienjahr werden elementare Form-, Farb-, Raum- und Lichtstudien im Natur- und  Kunstraum untersucht. Das Erfassen der menschlichen Figur und seiner gestalteten Ausformulierung sind dazu elementar assoziiert. Zeichnerische und malerische Ausdrucksmöglichkeiten und kompositorische Fragen werden grundlegend auf der Fläche und im Modell erarbeitet. Räumliche Übungen mit Objekten im Theaterlabor unter Einbeziehung von Licht werden erprobt. Begleitet wird das Grundstudium durch Aktzeichnen, künstlerische Anatomie, Architekturgrundlagen, Schriftgestaltung und Einführung in virtuelle Grundtechniken sowie Seminare und Vorlesungen in Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie.

Das zweite Studienjahr bietet grundsätzliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen durch fachspezifische inhaltliche Aufgabenstellungen. Der Fokus richtet sich auf das szenische Gestalten von Raum und Körper. Die Wahrnehmung des Alltags, der Kostümgeschichte und der Kunst- und Theatergeschichte ermöglichen die nötige Erkenntnis und bilden die Inspiration zur Recherche und Übersetzung gegebener Inhalte. Erste dramatische Werke, Kurzgeschichten und genau definierte Themen bilden die Basis zur Recherche, Raumkonzeption, Charakterstudie, Szenische Skizze, Kostümentwurf, Modellbau, Materialprobe und Werkstattzeichnung. Die handwerkliche Arbeit wird unterstützt durch Theatertechnik, Technisches Zeichnen, Arbeiten mit Video und Lichtdesign.

Hauptstudium

Die erfolgreich bestandene Vordiplomsprüfung berechtigt zur Aufnahme des Hauptstudiums.

In dieser Studienphase erlernen die Studierenden den Weg zu einer selbstständigen Entwurfsarbeit im Bereich Bühnen- und Kostümbild. Raum und Figur werden, auf der Basis sprech- und musiktheatralischer bzw. freier Themen bildnerisch gestaltet (‚Semesterthemen’). Die einzelnen Schritte entsprechen dabei einer praxisorientierten Vorgehensweise. Gruppenarbeit und Einzelkonsultationen sind wichtiger Bestandteil dieses Studienabschnitts.

Die künstlerischen Aktivitäten im Hauptstudium werden von theoretischen Lehrveranstaltungen flankiert (Theaterwissenschaft/Produktionsdramaturgie, Philosophie, Kunstgeschichte). Dieses Lehrprogramm wird ergänzt durch Präsentationen und Gastvorträge geladener Wissenschaftler- und Künstlerpersönlichkeiten. Möglichkeiten für die Durchführung von Veranstaltungen und eigenen Projekten bietet das technisch gut ausgestattete hochschuleigene Labortheater.

Exkursionen sowie Projekte unterschiedlicher Art u.a. in Zusammenarbeit mit der Semperoper und dem Staatsschauspiel sowie sog. „Werkstattwochen“ mit Studierenden der Regieklasse an der Bayerischen Theaterakademie bauen weitere Brücken in die Welt der beruflichen Zukunft nach dem Studium.

Theatergeschichte und Produktionsdramaturgie

Das Fach Theaterwissenschaft, neu eingerichtet an der HfBK seit Sommersemester 2004, ist angewandt und interdisziplinär ausgerichtet. Das Angebot setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen: In einer vier Semester umfassenden Überblicksvorlesung wird eine Einführung in die europäische Theatergeschichte gegeben (Sprechtheater, Musiktheater, Tanz, Performance, inter- und multimediale Inszenierungsformen). Szenografische Konzepte – Theaterbau, Bühnen- und Kostümbilder, Theaterästhetiken und Spielpraktiken, unterschiedliche diskursive Bestimmungen von ‚Raum’ sowie Körperkonzepte – werden in ihren historischen Zusammenhängen vorgestellt.
In Seminaren hat das vertiefende Erlernen dramaturgischen Denkens sowie wissenschaftlich-analytischer Präsentations- und Arbeitstechniken seinen Platz (Dramenanalyse, Theaterikonographie, Inszenierungsanalyse). Hand in Hand mit dem Erlernen genannter Arbeitstechniken wird ein Basiswissen zu wichtigen Werken der Dramenliteratur erarbeitet (Repertoirekunde). Ein wichtiger Akzent liegt auf der Auseinandersetzung mit neuen Stücken, ein weiterer auf der intensiven Reflexion von Theatertheorie und Ästhetik insbesondere der Gegenwart - unter Berücksichtigung ‚postdramatischer’ Formen, performativer Erkundungen des öffentlichen Raumes, sowie experimenteller Spielformen zwischen Theater, Film und neuen Medien.
Ein so breit gefächertes theaterspezifisches Theorieangebot mit eigener Professur ist eine an nur wenigen Kunsthochschulen gegebene Besonderheit.

Angebotsmerkmale

Zugangs­vorausset­zungen
Voraussetzungen für das Studium sind eine ausgeprägte künstlerische Begabung, die allgemeine Hochschulreife und ein 6 monatiges Vorpraktikum am Theater, beim Film oder Fernsehen. Die Bewerber sollten sich schon eigenständig außerhalb des gymnasialen Unterrichts mit künstlerischen Fragestellungen beschäftigt haben. Die Hochschule bietet Mappenberatungen für Studieninteressierte an, die nach terminlicher Vorabstimmung mit dem Referat für Studienangelegenheiten vereinbart werden können.

Ab Oktober eines jeden Jahres können die Bewerbungsunterlagen zum Studium angefordert werden. Bewerbungsschluss ist jeweils der 15. Januar (Datum des Poststempels).

Sprache
deutsch

Angebot-Nr.: 00083657

Anbieter

Hochschule für Bildende Künste Dresden

Informationen zum Anbieter  
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Veranstaltungsort

Hochschule für Bildende Künste Dresden

Besucheranschrift  
Zentrale Studienberatung
St.Petersburger Str. 15
01067 Dresden
Telefon  
0351/4926716
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