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Erfolgsrezept Duales Studium?

Hochgelobt und großer Hoffnungsträger ist das Duale Studium, bei dem die Absolventen gleichzeitig einen Ausbildungsabschluss und einen Hochschulabschluss erwerben. Dual Studierende erhoffen sich Hochschulqualifikation mit Praxisnähe, Unternehmen – vor allem kleine und mittelständische Betriebe – wollen mit entsprechenden Angeboten Nachwuchskräfte mit Abitur locken, Hochschulen sehen ihre dualen Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gut versorgt und verschiedene europäische Länder versprechen sich mit dem Dualen Studium ein wirksames Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit.

fotolia.com/nyulIm Umfragen des BIBB zeigte sich, dass die Übernahmequoten von dualen Absolventen in den Unternehmen ausgesprochen hoch sind.

Kein Wunder, dass die Anzahl der dual Studierenden jedes Jahr steigt: von rund 60.000 Studenten im Jahr 2012 auf über 95.000 Studenten im Jahr 2014. Auch die Abbrecherquoten sind gering. Die Statistiken des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen: Unternehmen ziehen mit. Ihre Zahl lag 2014 bei über 40.000. Zum Vergleich: im Jahr 2004 lag die Zahl noch bei 18.000 Unternehmen, die einen dualen Studienplatz bei sich anboten.

Bessere Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Hochschule erforderlich

Das BIBB hat eine Umfrage unter 280 Kooperationsbetrieben durchgeführt. Laut ihrer Analyse sind duale Studiengänge trotz der positiven Rahmenbedingungen noch weit davon entfernt, inhaltlich und curricular »ein Ganzes« zu bilden. Rund 55 Prozent der Unternehmen, die sich an dualen Studiengängen beteiligen, wünschen sich eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Hochschulen. Gleichzeitig stimmten 91 Prozent der befragten Betriebe der Aussage zu, dass der Betrieb allein für die Berufsausbildung oder die berufspraktische Tätigkeit der Studierenden verantwortlich ist. Die Aussage, dass die Hochschulen allein für die hochschulischen Lerninhalte zuständig seien, bejahten immerhin 79 Prozent der befragten Betriebe. Die Deutsche Universitätszeitung kritisiert zudem, dass manche duale Lehrangebote nur wenig mehr seien, als eine Fortbildung.

Studenten wird Großteil der Verantwortung zugeschoben

Betrieb und Hochschule – so das Fazit der BIBB-Studie – agierten größtenteils noch immer autonom und über organisatorische Fragen hinaus gebe es wenig Kontakt und Austausch zwischen beiden Lernorten. Damit laste der Transfer zwischen den Lernorten – und damit auch ein Großteil der Verantwortung für den Erfolg dualer Studienmodelle – auf den Schultern der Studierenden. Dieser Aussage stimmten rund 60 Prozent der befragten Betriebe zu.

Wenn, so die BIBB-Analyse, duale Studiengänge künftig auch andere Zielgruppen als die leistungsstärksten und motiviertesten Abiturienten und Abiturientinnen ansprechen sollen, müsse sich dies ändern. Erforderlich sei eine bessere Verknüpfung von Berufsausbildung und/oder berufspraktischer Phasen bereits auf curricularer Ebene mit den hochschulischen Lerninhalten.

Tipp

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AusbildungPlus

Datenbank des BIBB und des Bundesbildungsministeriums zu dualen Studiengängen und Zusatzqualifikationen

Internet:
ausbildungsplus.de

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