Jobmotor Weiterbildung?

Für viele Arbeitslose ist eine Weiterbildung verbunden mit großen Hoffnungen – eine neue Qualifikation und schon ist der neue Job gefunden. Viele Berater in den Arbeitsagenturen unterstützen dabei. Doch ob alle Maßnahmen Erfolg bringen, ist fraglich.

Das MDR-Reportage-Magazin Exakt berichtete in einem Beitrag im Januar von mageren 20 Prozent der Arbeitslosen, die nach einer Weiterbildung wieder Arbeit finden. Die Bundesagentur für Arbeit berichtet, dass 2012 knapp die Hälfte der weitergebildeten Arbeitslosen ein halbes Jahr später wieder einen Job hatte. Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte zwischen dem sicherlich überzogenen Beitrag des MDR und der eigenen Statistik der Arbeitsagentur liegen.

Teilnehmer eine Weiterbildung

fotolia.com/tieroBei der Auswahl und Vorbereitung von Weiterbildungen während der Arbeitslosigkeit ist Eigeninitiative gefragt.

Es bleibt das Problem, dass die Bildungsangebote der Arbeitsberater häufig hektische Schnellschüsse sind. Vor allem Kurse ohne beruflichen anerkannten Abschluss, wie ein EDV-Kurs, Bewerbertraining oder Spezialqualifizierungen von kurzer Dauer werden von den Beratern der Arbeitsagenturen gern verordnet. Doch gerade hier ist der Nutzen umstritten. Vielmehr könnte es sich dabei um Warteschleifen und Trostpflaster handeln.

Ursachen genau analysieren

Deshalb sollten sich Arbeitssuchende nicht wahllos mit den geförderten Maßnahmen der Agentur für Arbeit abspeisen lassen, sondern zunächst die Ursachen für die Arbeitslosigkeit analysieren. Liegt es an der Branche, die eventuell keine Zukunft hat oder sind es die persönlichen Umstände und fehlende Fähigkeiten, die die Chance auf dem Arbeitmarkt verschlechtern? Zusätzlich kann der Besuch einer weiteren Weiterbildungsberatung sinnvoll sein. Mit guten Argumenten versehen, kann das Beratungsgespräch in der Arbeitsagentur bessere Ergebnisse bringen.

Der MDR-Beitrag berichtete weiterhin von dubiosen Anbietern, die mit zweifelhaften – gar sektenhaften – Methoden unterrichten.

Als besonders hilfreich für die Vorbereitung haben sich verschiedene Checklisten vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE), von Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) und von Stiftung Warentest erwiesen, mit deren Hilfe man die eigenen Bedingungen genauer analysieren kann und vor der Anmeldung die Qualität und Methoden von Weiterbildungsanbietern und deren Angeboten genau unter die Lupe nehmen kann.

Finanzierung

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Weiterbildungsscheck für Arbeitslose

Wer während der Erwerbslosigkeit keine Leistungen von der Agentur für Arbeit erhält, kann den Weiterbildungsscheck für arbeitslose Nichtleistungsempfänger in Anspruch nehmen.

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