Gerichtsvollzieher

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Knallhart im Namen des Rechts

Hohe Schulden, Streit vor Gericht – Gerichtsvollzieher sind dafür zuständig, Gerichtsurteile durchzusetzen. Spannende Aufgaben wie die Durchführung von Pfändungen, Zwangsräumungen und Zeugenvorladungen wechseln sich ab mit organisatorischen Aufgaben im Büro. Langweilig wird es dabei sicher nie.

Was mache ich?

Wenn der Richter sein Urteil gefällt hat, liegt die Verantwortung bei dem Gerichtsvollzieher. Er setzt die Urteile und Beschlüsse des Gerichts durch. Hat sich jemand hoffnungslos verschuldet, so liegt es am Gerichtsvollzieher, eine Lösung zu finden, damit Gläubiger ausgezahlt werden können. Dabei berücksichtigt der Gerichtsvollzieher die Interessen und Rechte von Schuldner und Gläubiger. Von einer gütlichen Einigung über Ratenzahlung bis hin zur Versteigerung und Pfändung von beweglichen Gütern des Schuldners gibt es hier verschiedene Möglichkeiten. Gerichtsvollzieher informieren sich über die wirtschaftliche Situation von Schuldnern und ermitteln, welche Wertgegenstände es für eine eventuelle Zwangsvollstreckung gibt.

Darüber hinaus sind Gerichtsvollzieher für das Überbringen wichtiger Dokumente, wie etwa Zwangsvollstreckungen oder gerichtliche Ladungen, zuständig. Wenn ein Zeuge nicht vor Gericht erscheint, kann der Gerichtsvollzieher ihn oder sie verhaften und zwangsweise vorführen. Wenn bei einem Streitfall innerhalb einer Familie ein Kind herausgegeben werden soll, und sich die entsprechende Partei weigert, setzt der Gerichtsvollzieher mit Hilfe des Jugendamtes und der Polizei den Beschluss durch. Auch die Organisation von Wohnungsräumungen gehört zu den Aufgaben.

Viele Aufgaben erledigen Gerichtsvollzieher im Außendienst. Doch auch Büroarbeit gehört zu diesem Berufsbild. Neben der Planung und Dokumentation von Außeneinsätzen können sie etwa Schuldner beraten und Kostenabrechnungen erstellen.

Wo arbeite ich?

Gerichtsvollzieher arbeiten im Gerichtsvollzieherwesen.

Welche Voraussetzungen brauche ich?

gute Kenntnisse in Recht und Mathematik, gutes Ausdrucksvermögen (mündlich und schriftlich), organisatorisches Talent, Sorgfalt, Selbstständigkeit, Flexibilität, Verschwiegenheit, Psychische Stabilität, Konfliktfähigkeit und Beherrschtheit, Selbstsicherheit und Verhandlungsgeschick

Wie kann ich diesen Beruf erlernen?

Um als Gerichtsvollzieher ernannt zu werden, muss man ein abgeschlossenes Studium zum Gerichtsvollzieher vorweisen können (bestandene Prüfung für den mittleren bzw. höheren Justizdienst), sowie mindestens ein Jahr im Gerichtsvollzieherdienst gearbeitet haben. Die Weiterbildung zum Gerichtsvollzieher (mittlerer oder gehobener Dienst) dauert in der Regel 1,5 bis 2 Jahre.

Was verdiene ich in der Ausbildung?

Der monatliche Anwärtergrundbetrag bei sächsischen Landesbehörden beträgt (brutto):

  • € 1.228

Quelle:

dbb beamtenbund und tarifunion, Stand Januar 2018

Neben dem Anwärtergrundbetrag umfassen die Anwärterbezüge die vermögenswirksamen Leistungen, ggf. auch den Familienzuschlag und weitere Zulagen, Vergütungen und Zuschläge.