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Recht und Ordnung

Typische Berufsbilder als Jurist sind Rechtsanwalt, Richter, Staatsanwalt und Notar.

Was mache ich?

Berufsbild Rechtsanwalt: Die Hauptaufgaben eines Rechtsanwalts bestehen darin, seine Klienten in Rechtsfragen zu beraten, sie bei Prozessen zu vertreten oder sie bei der außergerichtlichen Durchsetzung ihrer Ansprüche zu unterstützen.
Darüber hinaus können Rechtsanwälte auch bei den verschiedensten Unternehmen angestellt werden, wo sie als sogenannte Syndikusanwälte ihren Arbeitgeber zum Beispiel in wirtschaftsrechtlichen Fragen wie etwa im Gebiet des Markenrechts beraten. Ein weiteres typisches Einsatzgebiet in Unternehmen sind Personalabteilungen (Arbeitsrecht).

Berufsbild Staatsanwalt: Der Aufgabenbereich eines Staatsanwalts liegt bei Strafprozessen und den zugehörigen Ermittlungsverfahren. Er entscheidet über Abschluss oder Fortsetzung der Ermittlungen, kann die Anklage erheben und Strafbefehl bei Gericht beantragen. Beim Prozess vertritt er die Staatsanwaltschaft, verliest die Anklage, beteiligt sich an der Beweisaufnahme und hält am Ende ein Abschlussplädoyer. Daneben darf er persönlich Beschuldigte und Zeugen vernehmen und ist in manchen Fällen auch an der Untersuchung des Tatortes beteiligt.

Berufsbild Richter: Die Aufgabe eines Richters ist es, als neutrale Instanz zum Abschluss eines Prozesses ein gerechtes Urteil zu fällen. Um das Amt des Richters bekleiden zu dürfen, muss jedoch eine überdurchschnittlich gute Note im zweiten Staatsexamen erreicht worden sein.

Berufsbild Notar: Ein Notar ist für die Beurkundung von Rechtsgeschäften sowie die Beglaubigung von Unterschriften und Dokumenten zuständig. Er muss dabei völlige Unparteilichkeit einhalten.

Wo arbeite ich?

Jedes Jahr beenden etwa 10.000 Juristen ihre Ausbildung und drängen auf den Arbeitsmarkt. Ziel der juristischen Ausbildung ist die Befähigung zum Richteramt. Das allerdings steht nur den besten Absolventen offen (Prädikatsexamen). Gängige Arbeitgeber von Juristen sind neben dem Staat vor allem Kanzleien, Notariate und Unternehmen aus der Privatwirtschaft. Gute Einstiegsmöglichkeiten für Juristen ergeben sich unter anderem bei Banken, Versicherungen, Verwaltungen, Wirtschaftsprüfungen und Unternehmensberatungen, Steuerberatungen sowie öffentlichen Institutionen.

Die Aussichten von Juristen am Arbeitsmarkt hängen neben den Noten auch stark von ihren Studienschwerpunkten ab. Diese sind u.a.: Arbeit- und Sozialrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Erbrecht, Europa- und Völkerrecht, Familienrecht, Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht, Grundlagen des Rechts, Immaterialgüterrecht, Europäisches / Internationalen Recht, Kultur- und Kirchenrecht, Medien- und Informationsrecht, Medizin- und Pharmarecht, Staats- und Verwaltungsrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Umweltrecht, Wettbewerbsrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Zivilrecht

Welche Voraussetzungen brauche ich?

Da das Jura-Studium nur an Universitäten absolviert werden kann, wird die allgemeine Hochschulreife zur Zulassung benötigt. Die Zulassung zum Jurastudium ist an einigen Hochschulen durch einen Numerus clausus (NC) beschränkt. Um das Studium aufnehmen zu können, muss im Abiturzeugnis ein bestimmter Notenschnitt vorgewiesen werden. Wichtig für die Arbeit als Jurist ist ein gutes schriftliches und sprachliches Ausdrucksvermögen, logisches Denkvermögen und ein Interesse an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Wie kann ich diesen Beruf erlernen?

Jurist wird man durch den Abschluss eines Jura-Studiums und der anschließenden praktischen Ausbildung. Die Ausbildung zum Juristen ist in Deutschland zweistufig. Sie besteht aus dem Studium der Rechtswissenschaft und dem daran anschließenden Rechtsreferendariat. Auch die Abschlüsse Bachelor und Master sind möglich, häufig in Kombination mit Wirtschaft. Damit arbeitet man dann meist in der Rechtsberatung.

Das Studium hat je nach Uni eine Regelstudienzeit von neun Semestern (Grundstudium vier Semester, Hauptstudium mit Schwerpunktstudium 5 Semester). Die jeweiligen Inhalte des Jura-Studiums unterscheiden sich je nach Bundesland und zwischen den Prüfungsordnungen der einzelnen Universitäten. Abgeschlossen wird das Studium mit den Prüfungen für das erste Staatsexamen.

Um als Volljurist zu gelten, muss nach dem Bestehen des ersten Staatsexamens das Rechtsreferendariat geleistet werden. Dieser in der Regel anderthalb bis zweijährige Vorbereitungsdienst muss in verschiedenen Stationen bei einem Gericht, einer Verwaltungsbehörde und bei einem Rechtsanwalt erbracht werden, wobei diese Stationen jeweils die Kernbereiche Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht abdecken müssen.
Im Anschluss folgen weitere Prüfungen für das zweite Staatsexamen. Das Bestehen des zweiten Staatsexamens qualifiziert für das Ausüben der klassischen juristischen Berufe

Was verdiene ich in der Ausbildung?

Juristen zählen zu den Besserverdienern am Arbeitsmarkt. In größeren Kanzleien verdienen Juristen oft schon beim Berufseinstieg ein Jahresgehalt von 60.000 Euro und mehr. Während Rechtsanwälte in kleineren Kanzleien (bis 20 Anwälte) im Durchschnitt etwa 40.000 Euro pro Jahr verdienen, liegt das mittlere Gehalt bei großen Kanzleien mit über 100 Anwälten fast doppelt so hoch. Hier gilt also die Faustregel: Je größer die Kanzlei, desto höher das Gehalt.

Das Gehalt von Juristen in der freien Wirtschaft korreliert ebenfalls mit der Anzahl der Mitarbeiter und hängt zudem von der Branche ab. In den Branchen IT/Software, Pharma und Chemie sind Jahresgehälter von über 100.000 Euro eher die Regel als die Ausnahme. Die Gehälter von Juristen im Staatsdienst werden vom Landesbesoldungsgesetz bzw. vom Bundesbesoldungsgesetz festgelegt.