Schauspieler

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Immer wieder ein anderer sein

Schauspieler stehen alle paar Abende auf der Bühne und nehmen begeisterten Applaus entgegen oder spielen ein paar Szenen vor einer Kamera und schweben bei der Filmpremiere über den Roten Teppich – schön wär's. Doch der Schauspieleralltag umfasst auch schwierige Rollentexte, dunkle Probebühnen, Wiederholungen und langes Warten bei Dreharbeiten und manchmal auch Buh-Rufe und schlechte Kritiken.

Was mache ich?

Die Arbeit des Schauspielers beginnt mit dem Lesen des Stücks oder Drehbuchs, in dem er besetzt ist. Im Rollenstudium macht er sich mit der Figur, die er spielen wird, vertraut. Er recherchiert ihren historischen Hintergrund oder ihr soziales Umfeld, studiert das Material, das der Dramaturg ihm zu diesem Zweck zusammengestellt hat, und lernt den Text. Häufig beginnt ein Regisseur die Probenzeit mit Leseproben, in denen sich die Figurenkonstellation konkretisiert und erste Ideen für die szenische Umsetzung probiert werden. In der nächsten Inszenierungsphase wird ein Drama unter Leitung des Regisseurs Stück für Stück auf der Probebühne erarbeitet. Die Schauspieler suchen nach geeigneter Mimik, Gestik, Sprechweise und Körpersprache, um die Deutung ihrer Figur anschaulich zu machen. Unterdessen entstehen Bühnenbild, Kostüme und Requisiten und werden für die Proben nur angedeutet.

Erst gegen Ende der Probenzeit geht es auf die richtige Bühne, werden Licht und Ton exakt eingerichtet. Während der Schauspieler tagsüber probiert, steht er abends in bereits fertigen Inszenierungen auf der Bühne. Auch bei einer misslungenen Regiearbeit muss der Schauspieler die Rolle immer wieder spielen, bis das Stück endgültig vom Spielplan genommen wird.

Beim Film wird zumeist weniger geprobt, dafür umso mehr wiederholt, bis Regisseur und Kameramann die richtigen Aufnahmen im Kasten haben. Die Handlung wird nicht chronologisch gedreht, sondern die Schauspieler müssen zwischen den Szenen springen, bis alle Aufnahmen am jeweiligen Drehort fertig sind. Schauspieler bringen ihre Persönlichkeit zwar in eine Inszenierung ein, sind aber immer Teil eines Ensembles und müssen sich auch entgegen persönlicher Vorlieben oder Auffassungen in die Gemeinschaftsarbeit einfügen.

Wo arbeite ich?

In Staats- und Stadttheatern oder an Landesbühnen, in freien Theatertruppen, an privaten und Kleinkunstbühnen, beim Film und als Sprecher beim Hörfunk.

Welche Voraussetzungen brauche ich?

Schauspielerisches und eventuell musikalisches Talent, gute Körperbeherrschung, Interesse an Literatur und Sprache, Merkfähigkeit, Kreativität sowie Spaß daran, auf einer Bühne zu stehen.

Wie kann ich diesen Beruf erlernen?

Ein bis zu vierjähriges Studium an einer Kunst- oder Musikhochschule, dem ein anspruchsvolles Aufnahmeverfahren mit Eignungsprüfung vorausgeht.